Betreuung zu Hause – der Alltag mit einer Betreuungskraft
Zu Hause alt werden bietet mehr Lebensqualität als eine Heimunterbringung. Die gewohnte Umgebung und das soziale Netzwerk bleiben erhalten und sorgen für menschliche Nähe. Im Alltag unterstützt eine Pflegekraft bei der Bewältigung des Haushalts. Der Tagesrhythmus, die Aufgaben und Pflichten der Betreuung (auch als sog. 24-Stunden-Betreuung bezeichnet) orientieren sich am persönlichen Bedarf sowie am Pflegegrad.
Wie läuft der Tag mit einer Betreuungskraft ab?
Die Aufgaben einer Pflegekraft
Häusliche Pflege ist individuell und geeignet, die Alltagsbetreuung exakt auf die pflegebedürftige Person abzustimmen. Die Unterstützung durch die Pflegekraft beginnt bereits morgens mit aktiver Hilfe beim Aufstehen und umfasst Haushaltsarbeiten wie Kochen und Putzen ebenso wie die Grundpflege. Mahlzeiten werden von der Pflegerin zubereitet und auf Wunsch gemeinsam eingenommen.
Der Alltag mit einer Betreuungskraft (oft als sog. 24-Stunden-Betreuung bekannt) richtet sich nach den persönlichen Gewohnheiten der pflegebedürftigen Person. Die Arbeitszeit einer Pflegerin beginnt morgens mit der Unterstützung beim Aufstehen, umfasst gemeinsame Mahlzeiten, Haushalt und Freizeit und sieht geregelte Pausen für die Betreuungskraft vor. Zusätzlich zur Reinigung der Wohnung übernimmt die Alltagsbetreuung auch die Begleitung bei Spaziergängen und Arztterminen. Das Ziel besteht darin, die eigenständige Weiterführung des täglichen Lebens zu ermöglichen.
Der erste Tag mit der Alltagsbetreuung
Die ständige Anwesenheit einer fremden Person im eigenen Zuhause ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Oft machen sich Senioren Gedanken über ihre Privatsphäre. Das Mittagsschläfchen am Nachmittag oder Telefonate mit vertraulichem Inhalt sind scheinbar nicht mehr ungestört möglich. Professionelle Betreuungskräfte zeichnen sich durch Diskretion, Respekt für die Gewohnheiten und Rituale und durch Verschwiegenheit aus. Sie wissen, wie wichtig das Privatleben ist und beachten den persönlichen Lebensbereich. An den ersten Tagen miteinander stehen das Kennenlernen und die Hausregeln im Mittelpunkt.
Sofern möglich, sollten Familienangehörige bei Ankunft einer neuen Alltagsbetreuung anwesend sein. Begrüßen Sie die Pflegerin und heißen Sie sie herzlich willkommen. Ein freundlicher Empfang gibt der Pflegekraft das Gefühl, gebraucht und wertgeschätzt zu sein. Im ersten Kennenlerngespräch werden der Tagesplan erklärt, Fragen gestellt und beantwortet. Besprechen Sie den gemeinsamen Tagesablauf in entspannter Atmosphäre bei einer Tasse Kaffee. Weisen Sie darauf hin, was Ihnen wichtig ist, zum Beispiel: „zwischen 12 und 13 Uhr ruhe ich mich gern aus und möchte dabei ungestört sein“.
Die Gewöhnungsphase
Ein Rundgang durch das Zuhause erleichtert die Orientierung. Erklären Sie, wozu die Räume genutzt werden. Bei einer größeren Wohnung oder einem Eigenheim bietet es sich an, die Zimmertüren zu beschriften. Räume, die von der Pflegekraft nicht betreten werden sollen, können zusätzlich mit einem roten Aufkleber versehen werden, alle anderen Zimmer mit einem grünen Etikett. So ist auf den ersten Blick ersichtlich, welche Bereiche privat und welche allgemein zugänglich sind. Erklären Sie den Inhalt der Schränke. Wo sind welche Utensilien untergebracht? Wer ist für die Medikamente zuständig und wo befinden sich die täglich verwendeten Arzneimittel?
Lassen Sie sich vom Hausarzt/Facharzt einen Therapieplan erstellen, falls pflegebedürftige Angehörige auf medikamentöse Versorgung angewiesen sind. Die Betreuung sollte den Weg zum Arzt sowie dessen Telefonnummer kennen. Am besten notieren Sie alle wichtigen Rufnummern (Ärzte, Notruf, Familienkontakte) auf einer Telefonliste. Das Telefonverzeichnis sollte an einer leicht erreichbaren Stelle (neben dem Telefon) deponiert werden. Wenn ein Mobiltelefon verfügbar ist, ist es hilfreich, diese Telefonnummern dort abzuspeichern.
Ein gutes Zusammenleben
Abhängig von Alter, Fitness und Pflegegrad entscheiden Sie sich für eine stundenweise Betreuung oder eine sog. 24-Stunden-Pflege. Ein harmonisches Zusammenleben basiert auf Vertrauen, gegenseitigem Respekt, festgelegten Pflichten und klaren Absprachen.
Missverständnisse sind jedoch vor allem in den ersten Tagen und Wochen nicht auszuschließen. Unstimmigkeiten beruhen meist auf unklaren Anweisungen, fehlenden Informationen oder falschen Annahmen. Hohe Ansprüche oder eine unrealistische Erwartung hinsichtlich des Aufgabengebiets einer Altenpflegerin führen ebenfalls zum Missverständnis.
Eine offene Kommunikation, geprägt durch klare Worte, hilft Irrtümer zu vermeiden. Bei Verständigungsschwierigkeiten aufgrund von Sprachbarrieren verwenden Sie einfache Begriffe anstelle von Fachausdrücken. Hören Sie aktiv zu und klären wichtige Dinge sofort. Regelmäßige Rückmeldungen (Feedback) fördern das Zusammenleben. Loben Sie die Betreuerin, wenn Sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.
Berechtigte Kritik hilft, aus Fehlern zu lernen. Sprechen Sie Probleme sachlich an. Seien Sie offen für Verbesserungsvorschläge und geben Sie der Pflegekraft die Möglichkeit, diese umzusetzen. Für eine Betreuerin ist der mit zahlreichen Aufgaben ausgefüllte Arbeitstag anstrengend. Deshalb sollte ein ruhiger Rückzugsort (eigenes Zimmer) sowie ein ungehinderter Zugang zu sanitären Anlagen zur Verfügung stehen.
Privatsphäre und gemeinsame Zeit miteinander vereinbaren
Der Alltag mit einer Betreuungskraft besteht nicht nur aus gemeinsam verbrachter Zeit. Stille Momente allein sorgen für einen Ausgleich und gewährleisten die Privatsphäre. Einer Pflegekraft stehen abhängig von der geleisteten Arbeitszeit regelmäßige Pausen zu. Die Arbeitsunterbrechung dient der Regeneration und trägt dazu bei, dass die Pflegerin sich anschließend mit Energie und voller Aufmerksamkeit der zu betreuenden Person widmen kann. Senioren nutzen die Ruhezeiten für einen Mittagsschlaf, zum Bücherlesen, für ein Hobby oder um private Dinge zu erledigen.
Die Balance zwischen Privatsphäre und gemeinsamer Zeit bildet die Grundlage einer vertrauensvollen, langfristigen Beziehung. Damit alle Beteiligten von der Betreuung profitieren, sollten die Arbeitszeiten, Aufgaben und der Privatbereich klar geregelt sein.
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